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  Mit Jazz, Dixie und Swing




  Zwischen Dixieland und Swing

Für eine Überraschung hat wohl die Jazzband Schräglage beim Homburger Frühschoppen auf dem Marktplatz gesorgt.
Mitunter kam es vor, dass die versierten Musiker in einem Stück von betulichem New Orleans-Jazz zu einem fulminant gespielten Swing überwechselten.

Von SZ-Mitarbeiter Michael Schneider

Posaunist Eckhard Hannappel war beim Jazz-Frühschoppen Teil der furiosen Bläsergruppe Schräglage. Den Nachschub beim guten Weizenbier organisierte er auf seine Art.


Foto: Michael Schneider


Homburg. Mit Schräglage, der Jazzband aus dem Westerwald, war am Samstag ein echtes Schmankerl der Szene beim Homburger Jazz-Frühschoppen zu hören.
Zwischen den Musikern, ihrer Sängerin und dem Publikum auf dem historischen Marktplatz sprang der Funke schnell über.

Werner Henze war aus Kaiserslautern nach Homburg gekommen, um die Band noch einmal zu hören.
"Ich habe sie bei der Bundesgartenschau in Koblenz erlebt, und ich war so fasziniert, dass ich einfach nach Homburg fahren musste."

Gern machte auch Manfred Wolf aus Jägersburg Station beim Jazz-Frühschoppen.
Dieser hier war für ihn ein Grund, die geplante Kurzvisite doch auszudehnen, die Band stecke voller Überraschungen, fand er.

Zwischen Dixieland und Swing bewegte sich die Jazzband Schräglage mit geradezu traumwandlerischer Sicherheit. Es kam schon mal vor, dass ein Stück wie "Ice Cream" ganz betulich nach dem Rhythmus des New-Orleans-Jazz begann, um im nächsten Takt regelrecht zu explodieren und so in einen fulminant gespielten Swing überzugehen. Das hatte Wirkung. Die Leute auf dem Marktplatz sprangen mehrfach auf und belohnten die Westerwälder auf der Bühne nicht allein mit viel Applaus, sondern mit begeisterten Zurufen.
Und das animierte die Musiker, noch einen Zahn zuzulegen.

"Pennies from Heaven" wurde zum Hörgenuss, bei "Alexander's Ragtime Band" sprühten richtig die Funken, und beim "Tiger Rag" wurde die Band zum Wirbelwind auf der Bühne. So etwas gelingt nur mit einem bestens arrangierten Zusammenspiel. Da waren in der Bläsergruppe Frank Donath (Saxofon, Klarinette), Peter Krämer (Trompete), Eckhard Hannappel (Posaune) und Gerd Müller am originell verzierten Sousafon.

Ein Zeichen dafür, wie gut Band und Zuhörer kommunizierten, war die originelle Art, wie der Posaunist sich ein neues Glas Weizen bestellte: Er hielt das leere Glas vor den Schalltrichter seiner Posaune, und die junge Servicedame verstand sofort.
Ein Vollblutmusiker saß mit Willi Welters am Schlagzeug, und für guten Rhythmus sorgten außerdem Waltzer Siefer am Piano und Johannes Sanna Pfeiffer mit seinem wieselflink gespielten Banjo. Letzterer erwies sich auch als guter Sänger, der zusammen mit Martina Donath ordentlich Pep auf die Bühne brachte.

"When you're smiling" wurde so zum Gute-Laune-Stück, das beim Publikum sehr gut ankam. Martina Donath spielte bei den Gesangssoli, vor allem beim Blues, die Stärke ihrer Stimme voll aus. Aber sie konnte wie bei "Down by the Riverside" auch Gas geben. Dass die Jazzband Schräglage in ihrem Metier zu Hause ist, zeigte sie bei einer Vielzahl toller Soli, bei denen kein Instrument außen vor blieb, nicht einmal das wuchtige Sousafon. Bei ihren Variationen griffen die Musiker mit beiden Händen in die große Kiste des Jazz-Repertoires und peppten so zum Beispiel die "Honeysuckle Rose" glänzend auf.
"Ich habe sie bei der Buga in Koblenz erlebt, und ich war so fasziniert, dass ich einfach nach Homburg fahren musste." meinte Werner Henze



  BUGA Koblenz 2011



  Wir gratulieren unserem Musikkollegen ganz herzlich zu seiner verdienten Auszeichnung




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